Im Dienst der Versicherten: das Leitbild der Salzburger Versicherungsagenten

Das Berufsbild des Versicherungsagenten ist geprägt von genau definierten Richtlinien und Regeln. Jeder Versicherungsagent fühlt sich ihm verpflichtet und handelt bei der täglichen Ausübung seines Berufes danach.


1. Wer ist Versicherungsagent?

Versicherungsagent ist nach § 43 Versicherungsvertragsgesetz, wer von einem Versicherer ständig damit betraut ist, für diesen Produkte zu vermitteln oder für diesen Versicherungsverträge zu vermitteln oder abzuschließen. Er übt seinen Beruf gemäß den Bestimmungen der Gewerbeordnung und anderer relevanter Rechtsvorschriften aus. Um Verwechslungen mit anderen Versicherungsvermittlern auszuschließen, kommt dem Nachweis der Deklaration als "Versicherungsagent" und der Erfüllung der gesetzlichen Informations- und Beratungspflichten eine besondere Rolle zu.


2. In welchem rechtlichen Rahmen handelt der Versicherungsagent?

Der Versicherungsagent handelt im Auftrag der Versicherungsunternehmen, mit denen er einen schriftlichen Agenturvertrag abgeschlossen hat. Er vermittelt nicht für Versicherungsmakler. Er führt auf seinen Geschäftspapieren seinen Namen/Firmennamen, Anschrift, Gewerberegisternummer, die Bezeichnung "Versicherungsagent" und seine Agenturverhältnisse an - siehe § 137 f GewO.

Grundsätzlich haftet der Versicherer = das Versicherungsunternehmen für Fehlverhalten des Versicherungsagenten dem Kunden gegenüber. Der Gewerbebehörde sind ein Lichtbildausweis, eine Haftpflichtabsicherung, die Agenturverhältnisse mit den jeweiligen Versicherungszweigen für die Eintragung ins Vermittlerregister sowie der Befähigungsnachweis vorzulegen.

3. Wie definiert sich das Verhältnis des Versicherungsagenten zum Kunden?

Der Versicherungsagent bietet dem Kunden eine umfassende Dienstleistung. Er analysiert dessen Bedürfnisse und Wünsche und berät ihn hinsichtlich möglicher Risiken. Er versucht das für den Kundenbedarf bestmögliche Produkt anzubieten. Aus seiner Angebotspalette wird ein passendes Produkt gesucht, durch welches das Risiko überwälzt bzw. minimiert werden kann. Eine sorgfältige Nach- und Weiterbetreuung ist für den Versicherungsagenten ein selbstverständlicher Bestandteil seiner Dienstleistung.

4. In welchem Verhältnis steht der Versicherungsagent zum Versicherungsunternehmen?

Von der Kompetenz des Versicherungsagenten und dessen zufriedenen Kunden profitiert auch der Versicherer. Im Rahmen seiner Tätigkeit liefert der Versicherungsagent auch wertvolle erforderliche Markt- und Kundeninformationen. Der Versicherungsagent ist sich seiner Pflichten gegenüber seinem Vertragspartner bewusst, die er im Agenturvertrag übernommen hat. Diese betreffen vor allem Provision, Konkurrenztätigkeit und Beendigung des Agenturverhältnisses.

5. Welche Rechte hat der Versicherungsagent?

Dem Versicherungsvertreter steht für seine Tätigkeit eine entsprechende Entschädigung in Form einer Provision zu. Bei Beendigung des Agenturverhältnisses gilt das Handelsvertretergesetz, sodass unter bestimmten Voraussetzungen eine Fortzahlung der Provision und/oder ein Ausgleichsanspruch als Abgeltung für den Kundenstock bestehen.

6. Welche Pflichten hat der Versicherungsagent?

Der Versicherungsagent als Vertriebspartner des Versicherungsunternehmens hat sich um die Vermittlung, den Bestandserhalt und um den Kundenausbau zu bemühen. Er hat bei Ausübung seiner Tätigkeit das Interesse seiner Versicherungsunternehmen mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns wahrzunehmen. Insbesondere ist er verpflichtet, den Vertragspartner bei der Vertragsvermittlung über ihm bekannte oder erkennbare besondere Risiken zu informieren. Ein gesetzliches Konkurrenzverbot wie bei Angestellten besteht nicht; allerdings ist der Versicherungsagent zur Wahrnehmung der Interessen des Versicherers gesetzlich verpflichtet. Zudem kann vertraglich ein Konkurrenzverbot vereinbart werden. Schädigende Konkurrenz durch Tätigkeit für andere Versicherungsunternehmen kann den Versicherer zur vorzeitigen Auflösung berechtigen und zum Verlust der Rechte aus dem Agenturvertrag und dem HVertrG führen. Daher ist anzustreben, dass das Vertragswerk ausdrücklich die Vertretung anderer Versicherungen zulässt.

7. Die Ausbildung zum Versicherungsagenten und Möglichkeiten zur Weiterbildung

Um den Kundenansprüchen gerecht werden zu können, ist eine gute Ausbildung wesentliche Voraussetzung. Eine sehr gute Grundlage bietet die Befähigungsprüfung, die über die Wirtschaftskammern abgelegt werden kann. Um im gesunden Wettbewerb mit seinen Kollegen zu bestehen, ist Weiterbildung oberstes Gebot. Diese umfasst nicht nur Fachkenntnis, sondern auch die allgemeine und persönliche Weiterentwicklung.

Die Landesgremien der Wirtschaftskammern fördern die Aus- und Fortbildung im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten, um damit den Versicherungsagenten als Unternehmer sowie die damit verbundenen Arbeitsplätze zu sichern und zu stärken.

8. Das Berufsethos des Versicherungsagenten

Wesentliche Elemente des Berufsethos des Versicherungsagenten sind Seriosität, lauterer Wettbewerb, Kollegialität und verantwortungsbewusster Umgang mit dem Berufsstand.
An seiner Einstellung gegenüber seiner Kunden wie auch gegenüber den Versicherungsunternehmen, die er vertritt, orientiert sich auch die Einstellung des Versicherungsagenten gegenüber dem eigenen Berufsstand.

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